Künstliche Intelligenz wird im Alltag immer beliebter. Ob für Hobby-Projekte, Kochrezepte oder Inspirationen, Programme wie ChatGPT, DeepSeek, Grok und Co. sind für viele Menschen bereits Alltag geworden. Doch wie sieht es im beruflichen Umfeld aus, insbesondere beim Programmieren?
Für Neueinsteiger bietet künstliche Intelligenz einen großen Vorteil, da sie wie ein Lehrer funktioniert, der Fragen beantwortet, Inhalte erklärt und den Lernprozess individuell unterstützt – auch ohne Vorkenntnisse im technischen Bereich. Programmierer mit Erfahrung können von Optimierungen und Code-Snipits profitieren. Da große KI-Modelle mit Millionen von Codezeilen, Dokumentationen und Beispielen trainiert wurde, können sie Codes richtig optimieren und sogar vorhersagen.
- Code Snipits: KI wird beim Programmieren am meisten dafür verwendet, um kleine Funktionen oder Code-Passagen zu generieren. Wenn man also eine Funktion braucht, die einem Zahlen aus einem Text entfernt, dann kann die KI diese rasch und problemlos erstellen.
- Debugging: Dank des Trainings mit unzähligen Fehlermeldungen und Code-Beispielen können moderne Systeme häufig schon beim Erwähnen des Fehler-Codes mögliche Ursachen benennen und Lösungsvorschläge machen.
- Erklären von Code: Sowohl unerfahrene als auch erfahrene Programmierer profitieren hier. Hier können die KI-Tools schrittweise komplexen oder leicht strukturierten Code aufschlüsseln, sodass er nachvollziehbarer wird und Zusammenhänge verständlich werden.
- Optimierung und Refactoring: Da Performance immer eine Rolle spielt, punktet die KI hier auch im großen Stil. Durch mangelnde Erfahrung produziert man als Anfänger aber auch als erfahrener Programmierer oft nicht performanten Code. Die künstliche Intelligenz kann diesen Code nehmen, analysieren und eine performantere Lösung ausgeben.
- Ideen und Planungshilfe: Bereits beim Planen des Vorhabens kann künstliche Intelligenz unterstützen. Sie hilft beim Auswählen der geeignetsten Programmiersprache, beim Strukturieren und beim Aufbau des Codes und kann Funktionen vorschlagen, die wahrscheinlich benötigt werden.
Welche Nachteile ergibt das?
Wer mit künstlicher Intelligenz arbeitet, um sich zu verbessern und etwas lernen möchte, sollte sich folgende Fragen stellen: Lerne ich gerade, oder kopiere ich nur etwas bereits Existierendes was meinen Anforderungen entspricht und umgehe so die Arbeit und den Lernprozess? Kann ich etwas Ähnliches selbst produzieren oder ist es ohne Hilfe der KI gar nicht möglich? Wenn Nein, hilft mir bzw. unterstützt mich die KI dann wirklich oder ist sie eigentlich nur im Weg beim Lernen?
KI funktioniert am besten, wenn man von den Dingen, die man umsetzen möchte, schon grobe Vorstellungen hat und man die KI zum Ergänzen verwendet.
Man darf auch nicht vergessen, dass auch Künstliche Intelligenz Fehler machen kann. Wer sich also zu sehr darauf verlässt, dass alles schon funktionieren wird und sich nicht die Arbeit macht, das Gelieferte zu kontrollieren, wird früher oder später feststellen, dass auch der „Roboter“ nicht immer richtig liegt.
Es ist sehr angenehm sich gewisse Grund Strukturen von Codes oder Funktionen generieren zu lassen, aber man darf nicht zu abhängig werden. Das Ganze erinnert an das „Taschenrechner ab welcher Klasse?“-Debakel. Um zu garantieren, dass auch jeder Schüler die Basics beherrscht wird hier bewusst erst ab einer bestimmten Schulstufe der Taschenrechner im Unterricht erlaubt. Auch bei der künstlichen Intelligenz sollten die nötigen Basics der jeweiligen Programmiersprache vorhanden sein.
Im privaten oder kleinen Gebrauch wird man wahrscheinlich nicht auf das Problem der Kosten stoßen, aber bei einer großen Enterprise-Lösung darf man die Kosten für KI-Unterstützungstools für Programmieren nicht unterschätzen. Fehlt benötigtes Fachwissen können hier auch für das Prüfen des Codes durch externe Fachleute Zusatzkosten anfallen.
Welche Vorteile habe ich?
Wie bereits erwähnt, bietet die KI Neueinsteigern mit Grundkenntnissen eine immense Hilfe. So kann z. B. ein Praktikant oder eine Nachwuchskraft schon autonom kleine bis größere Anwendung programmieren ohne großer Unterstützung durch einen Fachmann. Dadurch steigt nicht nur der Spaß und das Interesse am Programmieren, sondern auch das Erfolgsgefühl für den Einsteiger.
Durch das Abgeben kleinerer Entwicklungsschritte an Juniors oder an die KI direkt, ergibt sich auch ein schneller Produktionszyklus. So muss man nicht viel Zeit für die Grundfunktionen eines Programmes aufwenden, sondern hat mehr Zeit für die komplexeren Teile. Das freut nicht nur den Kunden, sondern auch die Mitarbeiter.
Mittels Unterstützung bei Optimierung und Dokumentation steigt auch die Qualität des Codes. Dies erhöht nicht nur die Performance und senkt die Fehleranfälligkeit, sondern lässt auch Teamkollegen durch gute Dokumentation besser nachvollziehen, worum es in den Code-Teilen geht ohne großen Kontext nachlesen zu müssen.
Ein Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft
Schon in den 70er Jahren hatten viele Menschen Skepsis und Sorgen, wenn es darum ging, mit einem Computer zu arbeiten. Jobverlust durch Automatisierung, Kontrollverlust, Überforderung durch neue Arbeitsweisen und sogar Angst vor Isolation durch das Abeben sozialer Interaktionen prägte die Meinung der Menschen. Es gab Wiederstand.
Tatsächlich verdrängten Computer bestimmte Aufgaben und alte Berufe wie klassische Schreiber und Rechner. Computer schufen aber gleichzeitig auch unzählige neue Jobs wie die klassischen Office-Angestellten, Computer-Fachleute und System-Administratoren. Die Sorge, dass Computer alles übernehmen werden hat sich nicht bewahrheitet. Stattdessen wurde der Computer ein weiteres wichtiges Werkzeug zur Unterstützung. Mittels Schulungen, Förderungen und der Integration in den Alltag wuchs die Akzeptanz stätig. Heutzutage sind Computer in fast allen Berufen aber auch im Alltag unverzichtbar. Sie haben nicht nur die Arbeitswelt verändert, sondern auch wesentlich zum technologischen Fortschritt und unserem Wohlstand beigetragen.
Genauso vermuten wir, wird sich auch dieses Mal die Zukunft mit KI entwickeln, wenn es um die berufliche Nutzung geht. Ein weiteres Tool, das da ist, um von uns verwendet zu werden, aber nicht um uns zu ersetzen. Einige Jobs werden eventuell wegfallen, aber es werden auch andere neue entstehen. Hoffentlich ein weiterer technologischer Fortschritt und ein weiterer Anstieg unseres Wohlstandes.


